Strukturentwicklung an der Freien Universität
Für die Strukturentwicklung der Freien Universität Berlin steht das Ziel im Zentrum, Niveau und Breite ihrer Leistungen zu erhalten und weiterhin Innovationstreiberin für den Wissenschaftsstandort Berlin zu sein.
Angesichts des Bruchs der Hochschulverträge 2024–2028 stand die Freie Universität bereits kurz nach Beschluss ihres Struktur- und Entwicklungsplans 2024 vor der Herausforderung, strukturelle Einsparungen vornehmen zu müssen.
Hierfür durchlief sie einen universitätsweiten Strukturentwicklungsprozess. Die Ergebnisse dieses Prozesses greifen mit dem zwischen den Berliner Universitäten begonnenen Synergien-Prozess ineinander und fließen in die übergreifende Strukturplanung der Freien Universität ein.
Strukturentwicklungsprozess 2025–2026
Der im Herbst 2024 vom Präsidium initiierte Dialogprozess mit den Dekanaten und den Gremien hatte zum Ziel, einen Umgang mit den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen zu erarbeiten. Hierbei wurde großer Wert auf ein planvolles, kriteriengeleitetes und transparentes Vorgehen gelegt.
Für den Prozess formulierte das Präsidium eine übergreifende Vision für die Freie Universität sowie Kriterien, auf deren Grundlage mit den Dekanaten Vorschläge zum Abbau der professoralen Struktur erarbeitet wurden. Handlungsleitend waren dabei Bilanz und Entwicklungspotenzial in Forschung und Lehre, die seit 2004 stattgefundene Professurenentwicklung seit 2004, sowie Spielräume durch freiwerdende Professuren.
Darstellung des schrittweise bis 2035 erfolgenden Abbaus von 343 auf 325 Soll-Strukturprofessuren.
Bildquelle: Stabsstelle Strategie und Koordination
Gemeinsam mit den Fachbereichen und Zentralinstituten vereinbarte das Präsidium ein universitätsübergreifendes Maßnahmenpaket, das pauschale Kürzungen vermeidet und im Sinne des Profils der Freien Universität eine robuste zukünftige Struktur entwirft.
Das vereinbarte Maßnahmenpaket umfasst den Erhalt von 325 Soll-Strukturprofessuren, aber auch den Wegfall von 18 Soll-Strukturprofessuren und 21 Professuren aus dem zentralen Stellenpol, sowie 19 Überführungen von außerhalb des Strukturplans eingerichteten Professuren auf bestehende Soll-Strukturprofessuren mit der Zielperspektive 2035.
Trotz der unvermeidlichen strukturellen Verkleinerung bleibt das Profil der Freien Universität als Volluniversität mit Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften damit erhalten.
Die Entwicklungsplanungskommission befasste sich ab November 2025 mit dem Maßnahmenpaket und empfahl dem Akademischen Senat im Frühjahr 2026 dessen Weitergabe an die zuständige Senatsverwaltung.
Einsparungen werden nicht nur im wissenschaftlichen Bereich vorgenommen, sondern sie betreffen alle Teile der Freien Universität.
Synergien-Prozess der Berliner Universitäten
Die Profilabstimmung der drei großen Berliner Universitäten ist seit 1998 eine bewährte Praxis im Rahmen der Strukturplanung. Mit dem Anfang 2025 begonnenen Synergien-Prozess reagieren die Freie Universität, die Technische Universität und die Humboldt-Universität zusätzlich auf die gravierenden Einschnitte in der Hochschulfinanzierung.
Ziel dabei ist es, angesichts veränderter finanzieller Rahmenbedingungen weitere mögliche Synergie- und Einsparpotenziale im Berliner Universitätssystem zu identifizieren, Ansatzpunkte für eine stärker abgestimmte Strukturentwicklung zu prüfen und die Universitäten auf den von der zuständigen Senatsverwaltung geplanten Strukturprozess zur Anpassung des Hochschulsystems an den gegebenen Finanzrahmen vorzubereiten.
Nach einer intensiven Befassung mit den Fächerportfolios und Schwerpunkten der Universitäten legten die Präsidien zunächst einen Fokus auf die Naturwissenschaften. Arbeitsgruppen aus Fachwissenschaftler*innen und Expert*innen aller Statusgruppen erarbeiteten in der ersten Jahreshälfte 2026 Empfehlungen für die zukünftige Strukturentwicklung. Hierzu gehören insbesondere Vorschläge zu gemeinsam nutzbarer Infrastruktur, Verbundforschungsinitiativen und gemeinsamen oder gegenseitig geöffneten Studienangeboten. Diese Ergebnisse werden nun in den Häusern und in gemeinsamer Abstimmung priorisiert, vorstrukturiert und geprüft.
Auch im weiteren Verlauf des Synergien-Prozesses werden die laufenden Strukturprozesse der Häuser sowie der Austausch mit der Perspektivkommission des Landes einbezogen.
Ausblick
Die Ergebnisse des Strukturentwicklungsprozesses sowie des Synergien-Prozesses fließen in die weitere Strukturplanung der Freien Universität ein.
Ab Herbst 2026 wird die Entwicklungsplanungskommission mit den Dekanaten der Fachbereiche und Zentralinstitute die Profilierung der Disziplinen und Ausgestaltung der künftigen verkleinerten professoralen Struktur erörtern und eine entsprechende Anpassung des Strukturplans der Freien Universität begleiten. Dieser wird der zuständigen Senatsverwaltung fristgerecht im Frühjahr 2028 vorgelegt.
Das Präsidium wird die Strukturplanungsziele auch in den Austausch zur zukünftigen Perspektive des Berliner Hochschulsystems mit der Perspektivkommission des Landes einbringen und den Dialog mit den Dekanaten und den Gremien fortsetzen.

