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Predatory Publishing/Conferences

Predatory Publishing/Conferences sind unseriöse und betrügerische Praktiken im wissenschaftlichen Publikations- und Konferenzwesen. Dabei wird aus rein kommerziellen Interessen für Publikationen oder Konferenzen geworben. Unabdingbare Standards wie Qualitätssicherung, Peer Review oder langfristige Archivierung werden nicht eingehalten, sodass Predatory Publishing/Conferences zu vermeiden sind.

Im Folgenden finden Sie Kriterien, anhand derer Sie die Seriosität wissenschaftlicher Angebote überprüfen können. Bitte beachten Sie, dass Kriterien disziplinspezifisch sein können und Veränderungen unterliegen aufgrund sich entwickelnder Publikationspraktiken und Angebote. Nicht ein einzelnes Kriterium ist entscheidend für die Einschätzung der Seriosität eines Angebots, vielmehr zählt der Gesamteindruck aller Kriterien. 

Woran erkenne ich seriöse Angebote?

  • Transparenter Begutachtungsprozess: klar beschrieben (z. B. Double/Single Blind), realistische Zeitrahmen
  • Anerkannte Indexierung: z. B. DOAJ für OA-Journals oder fachspezifische Datenbanken
  • Nachvollziehbare Gremien: Herausgeber*innen und Programmverantwortliche mit überprüfbaren Profilen, Engagement für Journal auf den persönlichen institutionellen Websites aufgeführt
  • Transparente Kosten & Lizenzen: Kosten und Lizenzen (z. B. CC BY) aufgeführt und sauber erklärt.
  • Standards: DOI-Vergabe (z. B. via Crossref/DataCite), Langzeitarchivierung, vollständiges Impressum/Rechteangaben

Warnzeichen für Predatory Publishing

  • Spam-Einladungen: "48h Fast Track", "Special Issue Guest Editor" ohne Bezug zum Fach
  • Intransparenter oder fehlender Begutachtungsprozess: wenige konkrete Aussagen zur Begutachtung, unrealistische Begutachtungszeiten
  • Unklare oder versteckte Gebühren: anfallende Kosten nur im Kleingedruckten, nachträgliche "Processing Fees"
  • Fehlende oder fragwürdige Indexierung: keine Listung im Directory of Open Access Journals (DOAJ); angegebener Journal Impact Factor (JIF) nicht im Journal Citation Report von Clarivate enthalten (Hinweis auf erfundenen JIF); dubiose Impactangaben wie "Global Impact Factor", "Index Copernicus"
  • Zweifelhafte Gremien: Mitglieder führen ihre Rolle / ihr Engagement nicht auf institutionellen Seiten
  • Unbekanntes oder täuschend ähnliches Journal: das Journal ist Ihnen und Ihrem Umfeld unbekannt; der Name oder der Webauftritt der Zeitschrift lehnt sich an etablierte Titel an
  • "Scope-Hopping": Journal deckt widersprüchlich „alle oder sehr breite Disziplinen“ ab, Titel des Journals ist sehr weit gefasst
  • Technische/organisatorische Mängel: fehlerhafte Website, kein Impressum, wechselnde Domains
  • Journal Hijacking: nachgeahmte Websites, übernommene Domains, scheinbare Online-Versionen reiner Print-Journale; internationaler Webauftritt eines Journals, das lediglich in einer bestimmten Landessprache erscheint
  • Negative Erfahrungsberichte auffindbar: Recherche nach „predatory journal + Name“

Warnzeichen für Predatory Conferences

  • Spam-Einladungen: oft mit schnellen Zusagen oder Keynote-Angeboten
  • Intransparenter oder fehlender Begutachtungsprozess: wenige konkrete Aussagen zur Begutachtung, unrealistische Begutachtungszeiten
  • Unklare oder versteckte Gebühren: außergewöhnlich hohe Konferenzgebühr, anfallende Kosten nur im Kleingedruckten
  • Fehlende Indexierung: keine auffindbaren Proceedings oder fehlende Indexierung früherer Beiträge
  • Zweifelhafte Committees: Mitglieder führen ihre Rolle / ihr Engagement nicht auf institutionellen Seiten
  • Unbekannte Konferenz ohne Reputation im Fach: die Konferenz ist Ihnen und Ihrem Umfeld unbekannt; der Name oder der Webauftritt lehnt sich an etablierte Konferenzen an
  • "Scope-Hopping": Konferenztitel ist sehr weit gefasst, um viele Disziplinen zu erreichen; es wird z. B. mit bekannten Namen von Nobelpreisträger*innen geworben ohne thematischen Bezug
  • Technische/organisatorische Mängel: fehlerhafte Website, kein Impressum, wechselnde Domains
  • Starker Fokus auf Rahmenprogramm/Tourismus (z. B. „Konferenzkreuzfahrten“, Urlaubsatmosphäre vor Ort)
  • Negative Erfahrungsberichte auffindbar Recherche nach „predatory conference + Name“

5-Minuten-Checkliste vor der Einreichung

  • Ist das Journal/die Konferenz in anerkannten Indizes gelistet?
  • Sind Mitglieder der Gremien (z. B. Editorial Board, Programm Chairs, Steering Committees) verifizierbar?
  • Sind der Begutachtungsprozess und Policies (Ethik, Retractions, Copyright) klar dokumentiert?
  • Sind Kosten (APC, BPC; Konferenzgebühr) und Lizenzen transparent und nachvollziehbar?
  • Wirkt Website, Impressum und Kontakt seriös?

Kontakt

Wir beraten Sie zu allen Fragen rund um Predatory Publishing/Conferences – auch dann, wenn Sie bereits versehentlich bei einem solchen Anbieter eingereicht, publiziert oder teilgenommen haben: open-access@fu-berlin.de.

Weitere Informationen