Bibliothekssammlungen
Die Bibliotheken der Freien Universität Berlin verwahren eine Reihe von wissenschaftlichen Sammlungen, welche sie Interessierten zugänglich macht. Daneben nahm die Universitätsbibliothek bis 1994 das Pflichtexemplarrecht für Westberlin war. Hierdurch bilden ihrer Bestände die Vielfalt der Verlagslandschaft und des Druckwesens Westberlins seit den 1950er Jahren bis zur Wiedervereinigung ab.
Diese Übersicht der Sammlungen der Bibliotheken der Freien Universität Berlin wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt.
Kurzbeschreibung: Der Berliner Verein Homöopathischer Ärzte wurde im Jahr 1879 gegründet. Einer seiner wichtigsten Aufgaben ist das Hüten der Lehre von Samuel Hahnemann. Die Bibliothek des Vereins enthält das homöopathische Schrifttum von Hahnemann bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Es wurde von Seiten der Zentralbibliothek durch Publikationen zur alternativen Medizin und zu Außenseitern ergänzt.
Thema (Stichworte): Arzneimittellehre, Homöpathische Kalender, Naturheilverfahren, theoretische und praktische Homöopathie
Umfang: ca. 1.8000
Sprache: deutsch, englisch, französisch, latein
Material: Monographien, Lexika, Festschriften, Kalender und Zeitschriften
Zeitraum: 1762 - 2003
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: Digitalisierte Sammlungen der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert): -
Publikation zur Sammlung: -
Kurzbeschreibung: Diese Sammlung wurde der Freien Universität Berlin vom Berliner Kammergericht überlassen. Sie beinhaltet Dissertationen aus dem 16.- 19. Jahrhundert. Ihr Schwerpunkt liegt im 17. und 18. Jahrhundert. Der größte Teil ist an deutschen Universitäten entstanden, etwa 1000 Dissertationen wurden im Ausland verfasst, hier vorwiegend in den Niederlanden und der Schweiz.
Die Sammlung beinhaltet Arbeiten aus drei Teilbeständen: des Preußische Obertribunals, des Rheinisches Revisions- und Kassationshofes sowie das Kammergerichts.
Das Preußische Obertribunal war ursprünglich der oberste Gerichtshof in Berlin für ganz Preußen. Durch den Zuwachs der Rheinprovinzen wurde Im Jahr 1819 ein eigenes Gericht, der Rheinische Revisions- und Kassationshof (RKH) gegründet. Historisch bedingt galt am RKH, im Gegensatz zum Preußischen Obertribunal, das französische Recht.
Im Dezember 1858 beschlossen die Präsidenten des Berliner Kammergerichters und des Obertribunals eine Zusammenlegung der Bibliotheken (inkl. des RKH). Dieser Prozeß war 1860 abgeschlossen.
Die Sammlung enthält nicht nur, wie der Titel vermuten lässt Dissertationen u.a. von Antrittsvorlesungen, Festreden oder auch Ankündigungen von Disputationen, sondern auch ausgewählte Kurzbiografien.
Thema (Stichworte): Adelsrecht, Kirchenrecht, Naturrecht, Römisches Recht, Rechtsphilosophie, Territorialrecht, Zivil- und Strafrecht
Umfang: ca. 17.500 Dissertationen
Sprache: lateinisch
Material: Broschüren
Zeitraum: 16. - 19. Jh
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert):
Publikation zur Sammlung:
Kurzbeschreibung: Die Sammlung enthält die Privatbibliothek des Theaterwissenschaftlers Prof. Dr. Hans Knudsen (02.12.1886 - 4.2.1971). Knudsen, der ab 1920 auch als Theaterkritiker für mehrere Zeitungen und Zeitschriften tätig war, wurde auch Generalsekretär der Gesellschaft für Theatergeschichte und war in dieser Funktion u.a. für deren Veröffentlichungen zuständig. 1923 wurde Knudsen nicht nur Assistent am Theaterwissenschaftlichen Institut der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, sondern wurde auch in den künstlerischen Ausschuss der Volksbühne berufen. 1943 wurde Hans Knudsen außerordentlicher Professor für Theaterwissenschaft an der Friedrich-Wilhelm-Universität und übernahm zeitgleich auch die Direktion. Im Jahr 1948 übernahm Knudsen die Ordentliche Professur an der Freien Universität Berlin und die Leitung des Theaterwissenschaftlichen Instituts.
Thema (Stichworte): Biographien von Schauspielern und Intendanten, Entwicklung einzelner Theater, Geschichte des Theaters, Theaterwissenschaft
Umfang: ca. 3000 Bände
Sprache: deutsch
Material: Programmhefte, Theaterzettel, Zeitschriften-Einzelhefte, Sonderdrucke, Volksbühnenbewegung
Zeitraum: 1. Hälfte 2000 Jh.
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert): -
Publikationen zur Sammlung:
- Goerdten, Ulrich (1981): Theaterwissenschaftliche Bibliothek Hans Knudsen: Katalog. Berlin: Freie Universität Berlin Universitätsbibliothek.
Kurzbeschreibung: Die Sammlung beinhaltet die Illustrierten- und Reportagemagazine des Fotojournalisten und Sammlers Robert Lebeck (1929-2014). Mit ihr wollte Lebeck einen Einblick in die Geschichte der Fotoreportage zwischen 1839 - 1973 geben. Viele Zeitschriftenhefte der Sammlungen stammen aber auch aus der Zeit bis in die 2000er Jahre. Damit geht die Sammlung über ihren ursprünglich gesetzten historischen Schwerpunkt hinaus.
Robert Lebeck wurde durch seine Fotoreportagen für den Stern in den 1960er und 1970er Jahren international bekannt wurde. Heute zählt er zu den wichtigsten deutschen Nachkriegsfotografen. Er porträtierte zahlreiche prominente Personen wie Elvis Presley, Konrad Adenauer, Jackie Kennedy, Willy Brandt, Maria Callas oder Romy Schneider, deren ikonische Aufnahmen zu seinen populärsten Werken gehören. Zu seinen bekanntesten Reportagen zählen die Aufnahmen der Kriegsheimkehrer im Durchgangslager Friedland oder die Reportage von Sylt.
Thema (Stichworte): Geschichte der Fotoreportage, Geschichte der Illustrierten Zeitschriften
Umfang: ca. 37.000 Zeitschriftenhefte
Sprache: deutsch, englisch, französisch, russisch
Material: Zeitschriften. Magazine
Zeitraum: ca. 1830 - Anfang 2000
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert): -
Publikationen zur Sammlung:
- Lebeck, Robert (2005): Neugierig auf Welt : ein Selbstporträt, Göttingen: Steidl.
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Lebeck, Robert (2002): Kiosk. Eine Geschichte der Fotoreportage 1839 - 1973: A History of Photojournalism, Göttingen: Steidl.
Kurzbeschreibung: Die vorliegende Sammlung beeinhaltet die Bibliothek des Romanisten Walter Pabst (1907-1992). Nach seiner Promotion 1929 arbeitete Pabst als freier Journalist für verschiedene Verlage. Nachdem er 1942 eingezogen wurde, verbrachte der die meiste Zeit in Italien als Pressesachbearbeiter und Dolmetscher. Nach seiner Habilitation 1950 in Hamburg wurde er 1955 auf eine außerordentliche Professur in Bonn berufen, worauf eine ordentliche Professur für Romanische Philologie in Bonn folgte. 1963 folgte er einem Ruf an die FU Berlin, wo er auch als Dekan tätig war. Pabst war 40 Jahre Mitherausgeber des Romanistischen Jahrbuches und Herausgeber von Sammelwerken zur modernen französischen Literatur.
Die Sammlung ist in 4 Abteilungen untergliedert. In der 1. Abteilung befinden sich die Sonderdrucke, wo Walter Pabst als Autor fungierte. Abteilung 2 enthält neben eigenen Aufsätzen und Rezensionen auch Materialien zu Themen wie Anglistik, Germanistik, Hispanistik Italianistik, Slavistik und Theater. In der 3. Abteilung befinden sich Sonderdrucke alphabetisch nach Autor zusammengestellt von Walter Pabst. In der 4. Abteilung wurden vorwiegend lose Materialien zusammengefasst u.a. zu französischer Literatur, Saint-Pol-Roux, Spanien, Luis de Góngora y Argote, dem Hispanistenkongreß Berlin vom 18.- 24.8.1986 und Lateinamerika.
Thema (Stichworte): Anglistik, Germanistik, Hispanistik, Italianistik, Romanistik, Slavistik, Theaterwissenschaft
Umfang: 116 Schuber + 5 gebundene Bände
Sprache: deutsch, französisch, spanisch
Material: Sonderdrucke, Vorträge, Druckfahnen
Zeitraum: 1933-1985
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert): Refubium
Publikationen zur Sammlung:
Kurzbeschreibung: Der Verein wurde 1881 gegründet mit dem Ziel "echtes biederes deutsches Volksleben und deren Literatur zu hegen und zu pflegen, sodaß die selbe ein Lebensborn nicht nur für seine Mitglieder sondern auch für weitere Kreise wird". Die Sammlung umfasst daher Literatur in plattdeutsch.
Die vorhandene Sammlung kam auf bisher unbekanntem Weg in die Zentralbibliothek der Freien Universität Berlin. Es wird vermutet, dass sie in den Aufbaujahren der Universitätsbibliothek Anfang der 1950'er Jahre als Teil einer Buchscheinkung oder einer Nachlassbibliothek übernommen wurde.
Thema (Stichworte): neuplattdeutsche Literatur, plattdeutsche Zeitschriften
Umfang: ca. 400 Bände
Sprache: plattdeutsch
Material: Bücher, Zeitschriften, Wörterbücher - teilweise Handschriften
Zeitraum: 1881 - ca. 1950
Standort: Zentralbibliothek, Rara
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: -
Inventar (Digitalisiert): -
Publikationen zur Sammlung:
- Goerdten, Ulrich (1981): Die Bibliothek des Plattdütsch Vereen Quickborn zu Berlin, in: Quickborn 81, S. 201-207.
- Plattdütsch Vereen "Quickborn" (1927): Bökerverteeknis: mit een lütten Anhang von wegen dat, vat de "Quickborn" uterdem noch hett, Berlin: Thiede.
Kurzbeschreibung: Die Bibliothek Stein wurde 1951 vom Unternehmer und Sozialdemokraten Max Stein (1871 - 1952) erworben. In einem Zeitraum von fast 50 Jahren trug Max Stein ca. 7.500 Bände sozialistischer Literatur zu z.B. Arbeiterbewegung, Sozialismus, Kommunismus, Sozialdemokratie zusammen. Der geografische Schwerpunkt liegt auf in Deutschland und Mitteleuropa erschienenen Schrifttum seit Marx und Engels und seit der Gründung des Allgemeinen Arbeitervereins (ADAV) im Jahre 1863.
Zusätzlich wurden durch die Universitätsbibliothek bis 1950 erschienenen Bücher und Broschüren der historischen Arbeiterbewegung erworben um die Sammlung zu ergänzen.
Thema (Stichworte): Anarchismus, Arbeiterbewegung, Kommunismus, Leninismus, Sozialdemokratie, Sozialismus, Stalinismus
Umfang: ca. 8.000 Bände Monographien, Broschüren und Zeitschriften
Sprache: überwiegend deutsch
Material: Monographien, Broschüren und Zeitschriften
Zeitraum: 19. Jahrhundert bis erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: Enthaltene Provenienzen.
Inventar (Digitalisiert): -
Publikationen zur Sammlung:
- Freie Universität Berlin Universitätsbibliothek (1953): Systematische Übersicht der Stein-Bibliothek, 2 Bände, Berlin: Freie Universität.
- Kende, Jiří (1983): Erschliessung abgeschlossener Spezialbestände in wissenschaftlichen Bibliotheken am Beispiel der "Bibliothek Stein" und der "Konservativen Revolution in Deutschland 1918 - 1933" in der Freien Universität Berlin, 2 Bände, Köln: Fachhochschule für Bibliotheks- u. Dokumentationswesen.
- Krimpenfort, Wilhelm (1993): Bibliothek Stein: Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Wildberg: Belser.
- Spiller, Armin (1970): Die Bibliothek des oberschlesischen Sozialdemokraten Max Stein in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Köln: Bibliothekar-Lehrinstitut.
Kurzbeschreibung: Die Sammlung beinhaltet die Bibliothek von Alfred Weiland (1906 - 1978). Die 1979 erworbene Bibliothek umfasst ca. 5.000 Bände, darunter ca. 750 zum Historischen Sozialismus. Sie enthält neben allgemeinen Werken vor allem Sozialismusliteratur - und materialien. Sie deckt Richtungen und Strömungen der Splittergruppen der Arbeiterbewegung am Rande der SPD und KPD seit dem Ersten Weltkrieg ab.
In seiner Jugend war Weiland Mitglied der Kommunistischen Arbeiter Partei Deutschlands (KAPD) und deren gewerkschaftlichen Flügel, der Allgemeinen Arbeiter Union (AAU). Von 1933 - 1934 war er im Konzentrationslager Hohenstein inhaftiert. Danach organiserte Weiland bis 1944 er den Aufbau verschiedener rätekommunistischer Gruppen. 1944 wurde er zus Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende nahm er seine politischen Tätigkeiten wieder auf und war u.a. Mitglied in der KPD. 1950 wurde Weiland aufgrund seiner Opposition zur sowjetischen Besatzung verhaftet und 1952 vom Landgericht Greifswald zu 15 Jahren Zuchthaus. 1958 wurde er aus dem Zuchthaus vorzeitig entlassen und engagierte sich für Verfolgte der sozialitischen Diktaturen.
Thema (Stichworte): Anarchismus, Arbeiterbewegung, Kommunismus, Leninismus, Rätekommunismus, Sozialismus, Stalinismus,
Umfang: ca. 5.000 Bände Monographien, Broschüren und Zeitschriften
Sprache: überwiegend deutsch
Material: Monographien, Broschüren und Zeitschriften
Zeitraum: 19. Jahrhundert bis erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Standort: Zentralbibliothek
(Teil) Digitalisiert: -
Nachgewiesen: Enthaltene Provenienzen.
Inventar (Digitalisiert: -
Publikationen zur Sammlung:
- Kubina, Michael (2001): Von Utopie, Widerstand und kaltem Krieg: das unzeitgemäße Leben des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland (1906-1978), Münster [u.a.]: Lit.
- Kubina, Sylvia (1994): Die Bibliothek des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland, Berlin: Universitätsbibliothek der Freie Universität Berlin.
