Geschichte, Politik und Kultur
Die Geschichte Mexikos reicht mehrere tausend Jahre zurück. Bereits lange vor der Ankunft der Europäer entwickelten sich bedeutende Hochkulturen wie die Olmeken, Teotihuacán, Maya und Azteken, die in den Bereichen Architektur, Astronomie, Mathematik und Kunst hochentwickelt waren. 1521 eroberten die Spanier unter Hernán Cortés das Aztekenreich, und Mexiko wurde Teil des spanischen Kolonialreichs „Neuspanien“. Die Kolonialzeit war geprägt von Ausbeutung der indigenen Bevölkerung, Missionierung und der Vermischung europäischer und einheimischer Kulturen. 1810 begann der Unabhängigkeitskrieg, der 1821 zur Unabhängigkeit Mexikos führte. Im 20. Jahrhundert prägte die Mexikanische Revolution (1910–1920) das Land nachhaltig und führte zu sozialen Reformen und der bis heute gültigen Verfassung von 1917.
Mexiko ist eine föderale, präsidentielle Republik mit 32 Bundesstaaten, darunter Mexiko-Stadt als eigenständige Einheit. Der Präsident ist zugleich Staats- und Regierungschef und wird direkt gewählt. Die politische Ordnung basiert auf der Verfassung von 1917, die soziale Rechte wie Landreformen, Arbeitsrechte und die Trennung von Kirche und Staat festschreibt. Nach jahrzehntelanger Dominanz einer Einheitspartei entwickelte sich Mexiko ab den 1990er-Jahren zu einer stabileren Mehrparteien-Demokratie. Innenpolitisch spielen Themen wie soziale Ungleichheit, Korruption und der Kampf gegen Drogenkriminalität eine große Rolle.
Die mexikanische Kultur ist geprägt von der Verschmelzung indigener Traditionen und spanisch-kolonialem Erbe. Spanisch ist die Amtssprache, daneben werden zahlreiche indigene Sprachen gesprochen. Kultur zeigt sich besonders in Musik (Mariachi, Ranchera), Tanz, Kunst und Literatur sowie in farbenfrohen Festen wie dem Día de los Muertos, der das Verhältnis zum Tod widerspiegelt. Die mexikanische Küche, bekannt für Mais, Bohnen, Chili und vielfältige Gewürze, gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Familie, Religion und regionale Identitäten spielen im gesellschaftlichen Leben eine zentrale Rolle.
