Wie politisch darf eine Hochschule sein?
Freie Universität Berlin startet Podcast-Reihe und Fachbeiträge zum Thema „Die politische Universität“
Nr. 063/2026 vom 01.06.2026
Die Freie Universität Berlin stellt sich einer grundlegenden Frage: Wie politisch darf, wie politisch muss eine Hochschule sein? Zwischen dem Gebot parteipolitischer Neutralität und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Demokratie und Rechtsstaat bewegen sich Universitäten auf einem schmalen Grat. Unter dem Themenschwerpunkt „Die politische Universität“ beleuchtet die Freie Universität Berlin ab sofort in einer fünfteiligen Podcast-Reihe und in redaktionellen Fachbeiträgen, welche Rechte und Pflichten ihre Mitglieder haben und was es heißt, als Institution Haltung zu zeigen. Eine flankierende Expertise-Liste versammelt Wissenschaftler*innen der Freien Universität Berlin aus verschiedenen Disziplinen, die zu den Themen politisch-historische Bildung, Verfasstheit, Auftrag und Haltung von Universitäten forschen und lehren, als Ansprechpersonen für Medienvertreter*innen.
Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin betont: „Meine und unsere Aufgabe als Hochschulleitung ist es, nicht wegzusehen, sondern uns gemeinsam in Forschung, Lehre und Transfer für eine demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft einzusetzen. Das ist auch mein Auftrag als demokratisch gewählter Präsident einer der großen, forschungsstarken Universitäten Deutschlands. Ich bin allen dankbar, die das ebenfalls tun.“
Podcast-Reihe: Die politische Universität. Neutralität heißt nicht Gleichgültigkeit
Als Institution muss die Universität parteipolitisch neutral sein. Gleichzeitig hat sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts vom Gesetzgeber den Auftrag, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schützen und ein Ort der Demokratiebildung zu sein. Die Wissenschaftsfreiheit ist dabei in Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes verankert: Zu allem darf geforscht und gelehrt werden, auch zu politisch kontroversen Themen. Was bedeutet das im Universitätsalltag? Wie findet politische Bildung in Forschung und Lehre statt? Und wie kommuniziert eine Hochschule Haltung in bewegten Zeiten? 5 Die Freie Universität Berlin ist diesen Fragen in fünf Episoden nachgegangen und hat dafür Wissenschaftler*innen, Studierende und externe Expert*innen befragt.
Expertenbeiträge: Geschichte und Rechtslage
Teil des Schwerpunkts sind auch zwei Fachbeiträge: Die Rechtswissenschaftlerin Sophie Schönberger von der Freien Universität erläutert, warum es gegenüber den Werten des Grundgesetzes keine staatliche Neutralität geben kann. Der Historiker Marian Füssel von der Universität Göttingen zeigt anhand eines Blicks in die Universitätsgeschichte, dass Universität und Politik noch nie getrennte Sphären waren.
Gleichzeitig finden an der Freien Universität Berlin dezentral organisierte Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche „Wissenschaft gegen Faschismus“ statt. (sot)
Weitere Informationen
- Themenschwerpunkt „Die politische Universität“
- Podcast-Reihe auf Spotify, Apple Podcasts und auf der Website der Freien Universität Berlin
- Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche Wissenschaft gegen Faschismus
- Expertise-Liste
Ansprechpersonen
- Sotirios Agrofylax, Referent für politische Strategie und Kommunikation, Stabstelle Kommunikation und Marketing, Freie Universität Berlin, E-Mail: sotirios.agrofylax@fu-berlin.de
