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Belgische Autorin Lize Spit übernimmt Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin

Öffentliche Antrittsvorlesung am 30. April, 18 Uhr, in Berlin-Dahlem

Nr. 042/2026 vom 14.04.2026

Mit ihren Romanen über die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen hat Lize Spit ein internationales Publikum erreicht, sie zählt zu den markantesten Stimmen der jüngeren belgischen Gegenwartsliteratur. Im Sommersemester 2026 kommt die Bestsellerautorin nun an die Freie Universität Berlin: Als Samuel Fischer-Gastprofessorin wird sie am Peter Szondi-Institut ein Seminar über Literatur und Filmadaptionen anbieten. Ihre öffentliche Antrittsvorlesung mit dem Titel „The Magician and the Surgeon: Plot as a Form of Spatial Awareness”hält sie am 30. April 2026 um 18 Uhr c.t. im Seminarzentrum (Raum L 116) Interessierte sind herzlich eingeladen!

Lize Spit übernimmt in diesem Semester die Samuel Fischer-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin.

Lize Spit übernimmt in diesem Semester die Samuel Fischer-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin.
Bildquelle: Roos Pierson

Lize Spit ist 54. Samuel-Fischer-Gastprofessorin

 An der Freien Universität wird Spit im Sommersemester ein Seminar mit dem Titel „Tell, Don’t Show?! Literature in the Audiovisual Era“ unterrichten. Darin geht es um das Verhältnis von Literatur und Film: Wie lassen sich Romane in Drehbücher übertragen, was verändert sich beim Übergang vom geschriebenen zum visuellen Erzählen? Anhand von Filmadaptionen – etwa „The Virgin Suicides“ von Sofia Coppola oder „No Country for Old Men“ der Coen-Brüder – analysieren die Studierenden die unterschiedlichen Möglichkeiten literarischen und filmischen Erzählens. Gleichzeitig sollen sie auch selbst kreativ arbeiten und Szenen zwischen beiden Medien übersetzen.

Prägende Stimme der flämischen Gegenwartsliteratur

 Die Autorin wurde 1988 in Lier geboren und wuchs in Belgien auf. Sie schreibt in flämischer Sprache. 2013 gewann sie mit der Erzählung „ordehandhaver“ den Jurypreis sowie den Publikumspreis beim Nachwuchswettbewerb „Write Now!“. Sie veröffentlicht literarische Beiträge in den Zeitschriften „Tirade“, „Het liegend konijn“ und „De Gids“ und schreibt Kolumnen für die Tageszeitung »De Morgen«.

 International bekannt wurde Spit mit ihrem Debütroman „Het smelt“ (2016), der in Belgien und den Niederlanden zum Bestseller wurde. Die deutsche Ausgabe erschien 2017 unter dem Titel „Und es schmilzt“ im S. Fischer-Verlag. In dem Roman erzählt Spit von der Rückkehr einer jungen Frau in das Dorf ihrer Kindheit und von den traumatischen Erinnerungen an eine von Gewalt, Alkoholismus und familiären Zwängen geprägte Jugend. Der Roman wurde in mehrere Sprachen übersetzt und machte Spit über die Grenzen Belgiens hinaus bekannt.

 Auch ihre folgenden Bücher setzen sich mit den Brüchen menschlicher Beziehungen auseinander. In „Ich bin nicht da“ (2022), der deutschen Übersetzung ihres Romans „Ik ben er niet“ (2020), schildert sie eindringlich den Zerfall einer Partnerschaft und den Umgang mit psychischer Krankheit. Spätere Werke wie „Der ehrliche Finder“ (2024) oder „Autobiografie meines Körpers“ (2025) führen diese literarische Erkundung persönlicher und gesellschaftlicher Grenzerfahrungen fort.

 Zur Samuel Fischer-Gastprofessur

 Seit 1998 besteht am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin die Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur. Sie wird getragen von der Freien Universität Berlin, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem S. Fischer Verlag und Holtzbrinck Berlin – Inspire Together. Jeweils für ein Semester wird ein Autor oder eine Autorin eingeladen, am Peter Szondi-Institut zu lehren. Ziel ist die kritische Reflexion über die Literaturen der Welt von Studierenden gemeinsam mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus verschiedenen kulturellen Kontexten. Die Gastprofessor*innen halten außerdem öffentliche Lesungen und Veranstaltungen in Berlin und anderen deutschen Städten. (cxm)

Weitere Informationen

 Kontakt

  • Dr. David Wachter, Freie Universität Berlin, Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, David Wachter, E-Mail: david.wachter@fu-berlin.de