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Vortrag | Forschung im Dialog

28.05.2026 | 18:15

Henny Piezonka (Freie Universität Berlin), Penny Pickle (University of York) und Bruno Vindrola-Padrós (Freie Universität Berlin) präsentieren im Rahmen der Veranstaltung "Forschung im Dialog" des Dahlem Humanities Center das DFG-AHRC finanzierte Forschungsprojekt „ReNEW - From Reuse to Resource: Ceramic and bone wastescapes in the early Neolithic of Europe“

In vielen Weltregionen erleben wir derzeit ein Müll-Dilemma: Nie zuvor haben Menschen so viel Abfall produziert, und wir sind unsicher, was wir mit den immer größeren Mengen an Abfall tun sollen. Dies ist jedoch nicht der erste Moment in der Geschichte, in dem viel Müll anfiel: Die benutzten, zerbrochenen und wiederverwendeten Dinge des täglichen Lebens machen sogar einen großen Teil der archäologischen Hinterlassenschaften aus. Hier setzt das neue Projekt ReNEW der Freien Universität Berlin und der University of York an, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem britischen Arts & Humanities Research Council finanziert wird. Es konzentriert sich auf einen entscheidenden Moment in der europäischen Vorgeschichte, als Menschen begannen, beispiellose Mengen an Abfall zu produzieren und mit ihnen zu leben: die Jungsteinzeit. Vor etwa 8000 Jahren führten einwandernde Gruppen aus dem Nahen Osten auf dem südlichen Balkan die Landwirtschaft, ortsfeste dicht bebaute Siedlungen und Innovationen wie Keramik und Mahlsteine ein. Innerhalb weniger Jahrhunderte breitete sich die neue Lebensweise und mit ihr eine "dinglastigere" Lebenswelt entlang der Donau bis ins Herz Europas aus. Das Projekt nimmt verschiedene Abfall-Landschaften vom Balkan bis an die Ostseeküste am Beispiel von Keramik- und Knochenabfall in den Blick.  Um zu verstehen, wie Müll am Beginn der Jungsteinzeit den sozialen Interaktionsraum zu prägen begann, fragen wir: Wie wirkten sich weggeworfene Dinge auf lokale Praktiken und die Umgebungen aus, in denen sie zirkulierten? Welche Probleme und Chancen waren mit dem Leben mit Abfall verbunden? Wie wurde mit Abfall umgegangen, und hat er auch „zurückgewirkt“?

Die Anmeldung finden Sie hier. Es wird um Anmeldung bis zum 27. Mai gebeten. 

Zeit & Ort

28.05.2026 | 18:15

Freie Universität Berlin,
Seminarzentrum, Raum L 115,
Otto-von-Simson-Straße 26,
14195 Berlin