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Berlin im Mathefieber

29. Berliner Tag der Mathematik: Der traditionelle Teamwettbewerb zog am 25. April fast 1000 Schüler*innen an die Freie Universität Berlin

02.06.2026

Mathe in der Mensa: Mehr als 200 Schülerteams in drei Alterskategorien traten gegeneinander an

Mathe in der Mensa: Mehr als 200 Schülerteams in drei Alterskategorien traten gegeneinander an
Bildquelle: Tim Hasler

Gute Stimmung in der Großen Mensa der Freien Universität Berlin an der Otto-von-Simson-Straße in Dahlem. Wie viele Opas benötigt man, um verschiedene Mengen von schweren Kürbissen zu tragen? Wie misst man mit drei Gefäßen beliebige Literzahlen ab? Welche Fläche wischt ein Scheibenwischer? An solchen Aufgaben knobelten die 941 Teilnehmer des Wettbewerbs Tag der Mathematik in 221 Teams aus 57 Schulen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern drei Stunden lang.

Die Teams bestehen aus jeweils drei bis fünf Personen und treten in drei Altersstufen ab der 7. Klasse an. Sie tragen phantasievolle Namen wie Bambus-Busch, PowerPotatoes, √-1 2³ ∑ π, Wurzel von Gurke oder Die Brandenburger. Alle wollen natürlich gewinnen, aber am wichtigsten ist der Spaß an der Mathematik, das gemeinsame Erlebnis und die unvergleichliche Stimmung in der Großen Mensa der Freien Universität.

Können Sie die Aufgabe 1 in der Klassenstufe 7 bis 8 lösen?

Können Sie die Aufgabe 1 in der Klassenstufe 7 bis 8 lösen?
Bildquelle: Screenshot aus den Aufgaben und Lösungen 2026

Der Tag der Mathematik fand in diesem Jahr zum 29. Mal statt. Er wird im Wechsel von den mathematischen Instituten der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Berlin Hochschule für Technik ausgerichtet. 

Während des Wettbewerbs finden Vorträge und Workshops für Lehrerinnen und Lehrer statt. Wie löst man Känguru-Aufgaben? Wie parkettiert man die Ebene? Wie visualisiert man Funktionenscharen? Und wie funktioniert eigentlich ein QR-Code? Das sind interessante Anregungen für den eigenen Unterricht, die als Fortbildung anerkannt werden. 

Das Lösen kniffliger Aufgaben macht Spaß

Das Lösen kniffliger Aufgaben macht Spaß
Bildquelle: Tim Hasler

In der begleitenden Ausstellung konnte man sich unter anderem in einen Fahrsimulator setzen, Knoten entwirren, sich zum Mathematikstudium beraten lassen und am Selfie Point mit passendem Hintergrund und Utensilien ein Erinnerungsfoto schießen.

Der Hauptvortrag griff das Thema KI auf: Jana Gonnermann-Müller erläuterte, wie sich ChatGPT, Claude und Co. so einsetzen lassen, dass sie das Lernen unterstützen. Und in einem Sondervortrag des Berliner Mathematik-Exzellenzzentrums MATH+ erklärte DMV-Präsident Jürg Kramer die Leistung des diesjährigen Abel-Preisträgers Gerd Faltings. Dieser erhielt den Nobelpreis der Mathematik „für die Einführung mächtiger Werkzeuge in der arithmetischen Geometrie und die Lösung langjähriger diophantischer Vermutungen von Mordell und Lang“. Wer wissen wollte, worum es dabei geht und warum das wichtig ist, erhielt auch darauf eine Antwort beim Tag der Mathematik.

Links: Im Lehrerfortbildungsprogramm gibt es Ideen für den eigenen Unterricht. Rechts: Jürg Kramer erklärt das Werk des diesjährigen Abelpreisträgers Gerd Faltings.

Links: Im Lehrerfortbildungsprogramm gibt es Ideen für den eigenen Unterricht. Rechts: Jürg Kramer erklärt das Werk des diesjährigen Abelpreisträgers Gerd Faltings.
Bildquelle: Tim Hasler

Höhepunkt des Tages war die Abschlussveranstaltung mit der Preisverleihung durch FU-Präsident Günter M. Ziegler. Musikalisch begleitet wurde er von der Band Superbien. Die ersten drei Plätze belegten in der Altersstufe 7 bis 8 die Teams Vier Gewinnt (Rosa-Luxemburg-Gymnasium), AlgorithMen (Heinrich-Hertz-Oberschule) und OBOTA (Käthe-Kollwitz-Gymnasium), in der Altersstufe 9 bis 10 die Teams Mathemagier (Katholische Schule Liebfrauen), Euklids Rechner (Rosa-Luxemburg-Gymnasium) und Fermats erster Satz (Heinrich-Hertz-Oberschule). Der zweite und dritte Platz in der Altersstufe 11 bis 13 ging an die Teams Die heilige Geradenschar (Goethe-Gymnasium) und Die Algebros (John-F.-Kennedy-Oberschule).

Team Chefkoch mit Abelpreisträger Gerd Faltings (v. l.): Marita Thomas (Professorin für Mathematik, FU Berlin), Alina Koch, Marcel Pietschmann (Heinrich-Hertz-Gymnasium), Gerd Faltings, Nikolai Melnik, Oskar Schories, Dmitry Dollmeier, Justus Morper

Team Chefkoch mit Abelpreisträger Gerd Faltings (v. l.): Marita Thomas (Professorin für Mathematik, FU Berlin), Alina Koch, Marcel Pietschmann (Heinrich-Hertz-Gymnasium), Gerd Faltings, Nikolai Melnik, Oskar Schories, Dmitry Dollmeier, Justus Morper
Bildquelle: Institut für Mathematik, FU Berlin

Den 1. Platz in der Altersstufe 11 bis 13, den „kleinen Abelpreis“, gewann das Team Chefkoch (Heinrich-Hertz-Oberschule). Dieses Team durfte zur Verleihung des Abelpreises am 26. Mai nach Oslo fahren. Der kleine Abelpreis am Tag der Mathematik wurde deshalb von Botschaftsrat Dr. Erik F. Øverland von der königlich norwegischen Botschaft überreicht.

Die Preise für den besten Teamnamen gingen an Ezras Femboygang (Käthe-Kollwitz-Gymnasium), Die fünf fancy Formelforschungsfische (ebenfalls Käthe-Kollwitz-Gymnasium) und Die Gaußerwählten Hertzbrecher (Herder-Gymnasium). Sie wurden von den Tutor*innen, die die Wettbewerbsaufgaben korrigierten, per Wahl bestimmt. 

Die besten Schulen in Bezug auf die durchschnittlich erreichten Punkte pro Team waren das Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf, die Katholische Schule Liebfrauen in Wilmersdorf und das Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow. Außerdem wurden noch viele Preise ausgelost, darunter auch 100 Gutscheine für die Lange Nacht der Wissenschaften.

Das Korrekturteam vor dem Pi-Gebäude

Das Korrekturteam vor dem Pi-Gebäude
Bildquelle: Tim Hasler

Im nächsten Jahr findet der Tag der Mathematik an der Humboldt-Universität statt. Wer jetzt schon mal üben möchte, findet alle Aufgaben und Lösungen auf der Webseite.